Betancuria

Ein kultureller Führer für Fuerteventura

Die kanarischen Inseln sind näher und Nord-Afrika als an Europa, vor allem Fuerteventura, die zweitgrößte Insel nach Teneriffa. Die Insel ist nur 100 Kilometer von der Marokkanischen Küste entfernt.

Viele sehen Fuerteventura einfach als Ziel für den Strandurlaub, um einige Tage in der Sonne zu verbringen. Jedoch hat die Insel auch eine lange Geschichte welche viel Kultur hinterlassen hat. Diese kann man neben den Naturattraktionen genießen.

Dieser Artikel wird Ihnen Hintergrundinformationen zur Geschichte von Fuerteventura geben. Des Weiteren informiert er über kulturelle Höhepunkte, wie Kunstarchäologie, welche sicherlich für einen gewissen Mix auf Ihrer Reise bietet und ein wenig extra Flair zur Wüstenlandschaft hinzufügt.

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Geschichte

Lange vor den ersten Kolonien wurden die kanarischen Inseln von Paganstämmen besiedelt, welche höchstwahrscheinlich aus Nord-Afrika kamen. Heutzutage sind sie bekannt als Maho, benannt nach den Schuhen aus Ziegenleder, welche sie bevorzugt haben.

Die Eroberer Jean De-Béthencourt und Gadifer de la Salle landeten in 1402 in Lanzarote. Sie beendeten ihre Eroberung von Fuerteventura 1405 und gründeten die Hauptstadt in Beteancuria in den Bergen im Südwesten der Insel.

In den darauf folgenden Jahrhunderten geriet die Insel zur Beute von zahlreichen Invasionen von Piraten, welches zum Bau von Festungen zum Schutz vor den Angreifern führte. Dadurch war die Bevölkerung gezwungen weiter ins Landesinnere, weg von der gefährlichen und ungeschützten Küste, zu ziehen.

Schließlich gab die spanische Monarchie in 1708 die Kontrolle über die Insel an die Milizführer bekannt als der Coroneles (Oberst) ab umso zu versuchen die seit Jahrhunderten anhaltenden Plünderungen zu beenden, welche auch die Schaffung der südlichen Gemeinden La Oliva und Pájara mitsich zogen.

Nach Erlangen der Unabhängigkeit von Spanien im Jahr 1912 blühte in den 1960ern die Tourismusindustrie auf. Die Bevölkerung wuchs von 11.000 Einwohner in 1911 auf knapp über 103.000 im Jahr 2009. Viele fürchteten, dass Fuerteventura aufgrund der Weltwirtschaftskrise in 2008 in starke Probleme geraten würde, da die Insel stark vom Tourismus abhängig ist. (13 Mio. Besucher zählte die Insel 2014). Einige sehen die Verlangsamung als positiv in Bezug auf den Schutz der ökologischen Juwelen der Insel und zum Schutz gegen die Kommerzialisierung von der angenommen wird, dass sie die Insel zerstört. +

Die Zukunft sieht rosig für Naturschützer aus, denn die UNESCO hat vor kurzem die Schönheit der Natur auf der Insel gewürdigt und der Insel den Status als Biosphärenreservat Status im Jahr 2009 verliehen. Des Weiteren hat die UNESCO der Regierung empfohlen die gesamte Westküste in einem Naturpark zu verwandeln.

 

Kulturelle Höhepunkte

Eingebettet in der malerischen Landschaft sind einige der ältesten Kirchen und Strukturen des Kanarischen Archipels, sowie einige interessante kleine Museen welche antike Relikte, Kunst und lokale Produkte präsentieren.

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Betancuria

Betancuria erreicht man in knapp 40 Minuten Fahrt vom Flughafen. Die malerische und abgelegene Stadt ist eine ehemalige Hauptstadt mit einer bewegten Vergangenheit. Obwohl sie im Landesinneren gebaut wurde umso vor Invasoren zu schützen wurde sie jedoch 1593 vom Piraten Jaban brandgeschatzt. Dies hatte den Wiederaufbau der wichtigsten Kirche Iglesia de Santa Maria im Jahre 1691 zur Folge, bevor die Stadt zur 1834 zur Hauptstadt aufgrund des wachsenden Handels an der Ostküste ernannt wurde.

Heute zieht die kleine Stadt Besucher an, welche die ansehnliche Kirche, welche auch eine lokale Kunstwerkstatt, ein Restaurant und ein Kunstmuseum beinhaltet, sehen möchten. Sehr empfehlenswert, wenn Sie ein Gefühl für die Geschichte der Insel bekommen möchten.

 

Nuestra Senora de la Regla

In dem kleinen Dorf Pajara auf der Halbinsel Jandia liegt diese einzigartige Kirche mit ihrem charakteristischen Eingang aus Stein, welchem Aztekische Einflüsse nachgesagt werden. Die gut erhaltenen, kunstvollen Steinmetzarbeiten sind beeindruckend. Eine 10-minütige Fahrt Richtung Osten bringt Sie in die genauso schöne Stadt Tuineje, welche mal Ort für eine Schlacht zwischen den lokalen Landwirten und englischen Piraten war. Der markante Leuchtturm der Stadt ist ebenfalls einen Besuch wert.

Eine tolle Möglichkeit die Kirche zu besuchen ist als Teil der Grand Tour  von Fuerteventura, welche viele der wichtigsten historischen Stätten der Insel in einem Tagesausflug besichtigt.

 

Puerto del Rosario Skulpturenpark

Da mehr und mehr Besucher nach Fuerteventura strömen, haben sich die Hauptstadt und der Haupthafen dazu entschlossen mit 50 Skulpturen rund um die Stadt das kulturelle Angebot zu erhöhen. Diese fügen der kürzlich sanierten Meerespromenade Charakter hinzu und sind eine angenehme Überraschung diese bei einem Spaziergang in der Stadt zu entdecken.

Puerto del Rosario verfügt auch über ein Auditorium für Bälle und Konzerte mit 570 Sitzplätzen, sowie einem lokalem Museum für Kultur mit Kunst- und Fotoausstellungen.

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